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Joseph von Eichendorff: Taugenichts

Joseph von Eichendorff: Taugenichts
Joseph von Eichendorff: Taugenichts

Von der Freiheit eines Lebens-Künstlers - Literatur im Gespräch

Der Literaturgesprächskreis trifft sich am Donnerstag, den 01. Oktober ab 20:00 Uhr in der Dirichsstraße 24 in Niederbrechen zum Austausch über Josef Freiherr von Eichendorffs Novelle „Aus dem Leben eines Taugenichts“.

Der Taugenichts ist Sohn eines Müllers und durch und durch Romantiker. Mit den elenden Philistern und der engen Welt, in der sie leben, will er um keinen Preis etwas zu tun haben. Als sein Vater ihn aus dem Haus wirft, damit er endlich lernt, für sich selbst zu sorgen, zieht er mit seiner Geige zu Fuß durchs Land bis nach Italien und lebt seine Freiheit. Auf einem Schloss hatte er sich in eine vornehme Dame verliebt, die er für unerreichbar hielt. Er sucht sie in Rom. Aber es zeigt sich, dass jemand ein Spiel mit ihm trieb. Er findet die Angebetete nördlich der Alpen und mit ihr sein Glück.

Joseph von Eichendorff war einer der bedeutendsten Dichter und Schriftsteller der Romantik, zahlreiche Gedichte von ihm wurden vertont. Er wurde im Jahre 1788 als Sohn einer katholischen Adelsfamilie in Oberschlesien geboren und verlebte eine recht sorglose Jugend. Er studierte Jura in Halle und Heidelberg und später auch in Wien und Berlin. Im Rahmen seines Studiums sowie einiger Bildungsreisen machte er Bekanntschaft mit einigen bedeutenden Schriftstellern und Lyrikern seiner Zeit, wie Achim von Arnim und Heinrich von Kleist. Er kämpfte auf preußischer Seite in den Napoleonischen Befreiungskriegen. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1818 musste Eichendorff den Verlust aller familiären Güter erleben. Er trat in den preußischen Staatsdienst ein und zog schließlich mit seiner Familie nach Berlin. Aufgrund einer Krankheit ging er 1843 in den Ruhestand und widmete sich vollends dem Schreiben. Eichendorff starb 1857 in Neiße.

Die Teilnehmer des Literaturgesprächskreises treffen sich ca. alle sechs bis sieben Wochen, um sich über das gelesene Werk auszutauschen, die Vorschläge stammen aus dem Kreis der Teilnehmer. Jeder, der für Literatur aufgeschlossen ist, ist als Bereicherung stets willkommen.

Von Jürgen Schühler