Kategorien &
Plattformen
Gelungener Abend zum Welttag des Buches - Bericht
Gelungener Abend zum Welttag des Buches - Bericht

Gelungener Abend zum Welttag des Buches - Bericht

Autorenlesung

Ein ganz besonderes Event fand am Welttag des Buches statt: Autorin Anne Zegelman las aus ihrem Roman „glueckskind“ vor. Zahlreiche Literaturfreunde waren der Einladung der Katholischen Öffentlichen Bücherei Niederbrechen gefolgt, kaum reichte der Platz an den Tischen, zusätzliche Stühle wurden aufgestellt, damit jeder an diesem Ereignis teilhaben konnte.

Anne Zegelman nahm die Teilnehmer mit auf eine Reise durch drei Generationen von Frauen, deren Lebensentwürfe unterschiedlicher kaum sein könnten, geeint durch ihr Streben nach Lebens- und Liebesglück. Den Einstieg bildete eine detailreiche Schilderung der Fronleichnamsprozession in einem kleinen Dorf in den 50er Jahren: in den Köpfen der Zuhörer formten sich die Bilder, viele haben ähnliches erlebt: Fahnen und Blumenschmuck, Andacht und Festtagsstimmung. Die feierliche Prozession wird jäh gestört, als Jakob die tschechische Nationalflagge aus dem Fenster hängt. Die junge Martha sieht Jakob – es ist Liebe auf den ersten Blick. 

Sie heiraten, Tessa wird geboren, Martha widmet sich ganz ihrer Mutterrolle. Das Glück währt jedoch nicht lange. Jakob geht fremd, Martha beginnt zu trinken, es kommt zu Gewaltausbrüchen. Nach außen hin wahren jedoch beide den Schein einer glücklichen Ehe – wie damals häufig üblich. Kaum 18, verlässt Tessa das Elternhaus und zieht, beeinflusst durch ihre beste Freundin, in eine Kommune auf  einem Bauernhof. Sie verliebt sich dort in Michel, beider Liebe ist jedoch nicht von Dauer. Sie geht per Anhalter auf Reisen und gelangt bis Indien: Drogen und freie Liebe sind ihre Wegbegleiter. Nach 10 Jahren kehrt sie schwanger und vom Leben und tückischer Krankheit gezeichnet nach Hause zurück. Marie wird geboren, kurz darauf stirbt Tessa an Brustkrebs. 

Marie wächst bei ihrer Großmutter auf – mit Hilfe des Tagebuchs ihrer Mutter macht sie sich  auf Spurensuche. Mit dem Amerikaner Jonah – brilliant die Schilderung des gutbürgerlichen Umfeldes seiner Familie – erlebt sie ihre erste große Liebe. Wie es weitergeht und was es mit dem Titel auf sich hat, ließ Anne Zegelman offen: „dazu müsst ihr das Buch lesen.“

Die Lesung wurde von Michael Forst mit Gitarre und Gesang begleitet. Seine selbst komponierten Lieder spiegelten vortrefflich die Stimmungen im Buch wieder – ein literarisch-musikalisches Gesamtkunstwerk.

Von Jürgen Schühler

Welttag des Buches

Der Welttag des Buches und des Urheberrechts am 23. April ist seit 1995 ein von der UNESCO weltweit eingerichteter Feiertag für das Lesen, für Bücher, für die Kultur des geschriebenen Wortes und auch für die Rechte ihrer Autoren. Das Datum des 23. April geht zurück auf den Georgstag. Es bezieht sich auf die katalanische Tradition, zum Namenstag des Volksheiligen St. Georg Rosen und Bücher zu verschenken. Außerdem fallen das (vermutete) Geburts- sowie das Todesdatum von William Shakespeare und  der Todestage von Miguel de Cervantes auf dieses Datum.