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Benedict Wells': Vom Ende der Einsamkeit

Benedict Wells': Vom Ende der Einsamkeit
Benedict Wells': Vom Ende der Einsamkeit

Der nächste Literaturgesprächskreis findet am Donnerstag, den 21. März ab 20.00 Uhr in den Räumen der Bücherei Niederbrechen statt. Im Mittelpunkt des Abends steht Benedict Wells‘ Familiengeschichte: „Vom Ende der Einsamkeit.“

Der Roman handelt von den Geschwistern Jules, Liz und Marty Moreau, die bereits in Kindertagen ihre Eltern durch einen fatalen Autounfall verlieren. Alle drei werden auf dasselbe Internat geschickt, ihre Wege driften aber immer weiter auseinander. Während Liz sich in Drogen- und Sexabenteuer stürzt und Marty sich immer mehr in seine Computerwelt verkriecht, findet Jules, der Ich-Erzähler des Romans, in seinen Traumwelten Zuflucht. Der zuvor mutige und draufgängerische Junge wird zum nachdenklichen und melancholischen Außenseiter. Eine Weggefährtin und Leidensgenossin findet Jules nur in seiner geheimnisvollen Mitschülerin Alva. Mit ihr teilt er seine Liebe zu Literatur und Musik, aber die beiden verbindet auch die frühe Erfahrung eines tiefen Schmerzes.

Vom Ende der Einsamkeit erzählt, wie die drei Geschwister auf ihre eigene Weise versuchen, den Tod ihrer Eltern zu bewältigen, und wie sie trotz ihrer grundverschiedenen Charaktere doch immer wieder zusammenfinden. Vom Ende der Einsamkeit ist aber nicht nur eine tragische Familienerzählung über mehrere Jahrzehnte, sondern auch eine große Liebesgeschichte, die die Frage nach dem einen wahren Seelenverwandten stellt.

Mit sechs Jahren kam Benedict Wells, geb. 1984, ins Grundschulheim Grunertshofen. Seine komplette Schulzeit verbrachte er ausschließlich an Internaten. Nach dem Abitur 2003 zog er nach Berlin, wo er sich gegen ein Studium entschied und mit dem Schreiben begann. Seinen Lebensunterhalt bestritt er mit diversen Nebenjobs, u. a. als freier Redakteur beim Fernsehen.

Zuerst veröffentlichte er 2008 bei Diogenes seinen zweiten Roman „Becks letzter Sommer“. Er erzählt die Geschichte von Robert Beck, einem Lehrer und Musiker Ende dreißig, der sein Leben noch einmal überdenkt und einen Roadtrip nach Istanbul macht.

2009 wurde Wells mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet. Im selben Jahr erschien sein erster Roman Spinner, den er im Alter von neunzehn Jahren geschrieben hatte. Der Protagonist ist der zwanzigjährige Jesper Lier, der eine ereignisreiche Woche in Berlin erlebt. Wells’ dritter Roman „Fast genial“ handelt von einem Jungen aus ärmlichen Verhältnissen, der sich auf die Suche nach seinem unbekannten und offenbar genialen Vater macht.

Die Teilnehmer des Literaturgesprächskreises treffen sich ca. alle sechs bis sieben Wochen, um sich über das gelesene Werk auszutauschen, die Vorschläge stammen aus dem Kreis der Teilnehmer. Jeder, der für Literatur aufgeschlossen ist, ist als Bereicherung stets willkommen. Allen Interessierten steht die Bücherei Niederbrechen am Sonntag von 9.30 bis 12.00 Uhr, am Mittwoch von 18.30 bis 21.00 Uhr und am Donnerstag von 15.30 bis 16.30 Uhr offen.

Von Jürgen Schühler