Kategorien &
Plattformen
Anna Zegelmans "Glückskind"
Anna Zegelmans "Glückskind"

Anna Zegelmans "Glückskind"

Anknüpfend an den großen Erfolg der Autorenlesung mit Anne Zegelmann zum Welttag des Buches wird im nächsten Literaturgesprächskreis am Donnerstag,den 09. August ab 20.00 Uhr in den Räumen der Bücherei Niederbrechen Anne Zegelmans Familiengeschichte “Glueckskind“ besprochen.

Drei Generationen von Frauen, deren Lebensentwürfe unterschiedlicher kaum sein könnten, geeint durch ihr Streben nach Lebens- und Liebesglück. Zu Anfang eine detailreiche Schilderung der Fronleichnamsprozession in einem kleinen Dorf in den 50ger Jahren: Fahnen und Blumenschmuck, Andacht und Festtagsstimmung. Die feierliche Prozession wird jäh gestört, als Jakob die tschechische Nationalflagge aus dem Fenster hängt. Die junge Martha sieht Jakob – es ist Liebe auf den ersten Blick.

Sie heiraten, Tessa wird geboren, Martha widmet sich ganz ihrer Mutterrolle. Das Glück währt jedoch nicht lange. Jakob geht fremd, Martha beginnt zu trinken, es kommt zu Gewaltausbrüchen. Nach außen hin wahren jedoch beide den Schein einer glücklichen Ehe – wie damals nicht unüblich. Kaum 18, verlässt Tessa das Elternhaus und zieht, beeinflusst durch ihre beste Freundin, in eine Kommune auf einem Bauernhof. Sie verliebt sich dort in Michel, beider Liebe ist jedoch nicht von Dauer. Sie geht per Anhalter auf Reisen und gelangt bis Indien: Drogen und freie Liebe sind ihre Wegbegleiter. Nach 10 Jahren kehrt sie schwanger - vom Leben und tückischer Krankheit gezeichnet- nach Hause zurück. Marie wird geboren, kurz darauf stirbt Tessa an Brustkrebs.

Marie wächst bei ihrer Großmutter auf – mit Hilfe des Tagebuchs ihrer Mutter macht sie sich auf Spurensuche. Mit dem Amerikaner Jonah – brilliant die Schilderung des gutbürgerlichen Umfeldes seiner Familie – erlebt sie ihre große Liebe. Doch auch hier schlägt das Schicksal unbarmherzig zu.

 

Anne Zegelman (geboren 1982) arbeitet als freie Journalistin in Frankfurt. Sie hat an der Frankfurter Goethe-Uni studiert, bei der Frankfurter Neuen Presse volontiert und bereits einige Literaturpreise gewonnen, darunter der Hildesheimer Lyrikpreis 2012 und das Junge Literaturforum des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst 2006.

 

Die Teilnehmer des Literaturgesprächskreises treffen sich ca. alle sechs bis sieben Wochen, um sich über das gelesene Werk auszutauschen, die Vorschläge stammen aus dem Kreis der Teilnehmer. Jeder, der für Literatur aufgeschlossen ist, ist als Bereicherung stets willkommen. Allen Interessierten steht die Bücherei Niederbrechen am Sonntag von 9.30 bis 12.00 Uhr, am Mittwoch von 18.30 bis 21.00 Uhr und am Donnerstag von 15.30 bis 16.30 Uhr offen.

 

Von Jürgen Schühler